Sonntag, 25. April 2010

Kein Geld für Brötchen

Mit Seramis im Schritt unter gleißendem Sonnenlicht bahne ich mir meinen Heimweg über bunterbrochene Gehsteige hin zur rettenden Haltestelle. Ein feuchtes Tuch könnte weiterhelfen. Ungeschützt wage ich den Griff tief in die Jackentaschen. Wie bei einer 14 Jährigen kolumbianischen Seemanstochter finde ich nichts zu greifen. Abgebrannt. Stolz zeige ich ungefragt völlig fremden Passanten, die wie ich auf die Straßenbahn warten, meine Paybackkarte. Doch damit lässt sich nicht punkten. Menschen, die die Nacht nicht auf einer Zweisitzercouch in biergetränkten Hosen geschlafen haben distanzieren sich von meinem verquollenem Äußeren. Ein kleiner Junge zeigt mit dem Finger auf mich. Wie gern säße ich jetzt am Frühstückstisch und Olaf reicht mir die Butter. Noch drei Minuten. Ganz langsam funken inzwischen trocken gelegte Hirnzellen Bilder der letzten Nacht. Es stellt sich die Frage, warum es so viel Freude macht, Typen im hackefeuchtfröhlichen Zustand zu fotografieren, wie sie eine Zimmerpalme ablecken. Allerdings lässt sich nur so das Seramis – Ton – Granulat in Hodenhaltung erklären. Eine Frau mit Kinderwagen emanzipiert sich kopfschüttelnd, als ich in ihre Richtung nass abhuste. Die Bahn kommt, ich fasse neuen Mut. Hätte ich die Chance einer Karriere, träfen mich die zahlreichen Beweisfotos letzter Nacht massiv sensitiv. Beim Zustieg beschwöre ich nie wieder Wortspiele auf Kosten des Inhalts zu machen. Hinter den zum Teil durch mich verschmierten Fensterscheiben zieht eine Welt an mir vorbei, die sich meiner geniert. Ungreifbar scheint der Traum nach mobilen Wasserspendern, wieder benutzbarem Grillbesteck und frischen Wassermelonen vom Wochenmarkt. Ich seh Kondensstreifen am Himmel. Sie verheißen eine neue Zeit des Aufbruchs. Große Taten warten. Zu Haus blick ich in den Kühlschrank. Fünf offene Marmeladengläser, doch kein Geld für Brötchen.

Mittwoch, 24. Februar 2010

Saturday Night

Es ist Saturday Night, aber es gibt kein Fever.
Nur trocken pelzig Sachverhalt und task formulation.
Dem Podex-Press Leid, doch Lex probari wirkt lieber.
Mental bebrochen, innerlich kalt, we are the nation!

We are the law students without any fear.
Wie brutal kann die Perspektive nach alldem schon sein.
Denn menschlich entwaffnet werden wir hier,
fruchtlos geblüht, verwelkt, verdorben, allein.

Mit feister Seitenschädel-Scheitel Zier,
textilkostümiert und steifen Kragen.
Es ist Saturday Night, wir verzichten auf Bier.
Es bleiben Klagen aufgrund Anspruchsgrundlagen.

Dienstag, 9. Februar 2010

Werktagspornografie

Schräg an der Kauflandkasse vor mir stützt sich ein junger Mann mit weißem Schal. Die Bügelfalten seines schwarzen Anzuges werden nur von den Knitterfalten der letzten Nacht gestreift. An seiner Seite inhalieren zwei junge Frauenzimmer, beide so um die zwanzig, die frische Kauflandluft die von der Spirituosenabteilung bis zu unserer Kasse leicht aufgewärmt herüberquillt.
Ihre Gesäßtaschen sind prall und die Jäckchen tragen glitzernde Sterne. Während ich gerade daran denke mir an den Eiern zu spielen, die ich neben Langkornreis und Feldsalat bereits auf das Warenband der Kasse gelegt habe, erblicke ich deren Einkäufe. Aus einem unauffälligen schwarzen Stoffbeutel kommen gut abgezählt mehre Flaschen Martini, Ramazotti, Wodka und Bier zum Vorschein. Es ist Vormittag. Als sich die Schlitzhasen zu mir drehen kommt noch mehr zum Vorschein. Umfangreiche Restaurierungsmaßnahmen der Gesichtsfassaden vermochten nicht über die Bilanz der offensichtlich seit Jahren stattfindenden Bildungsaskese, den harten Schlafplatz und kalten Winter hinwegzutäuschen. Und sofort war klar, jetzt wird gleich gefickt! Eutergemeuter, statt Knitter- und Bügelfalte, wohl eher Knatterfalte vom Bügeln. Hartz 4 rauf, die Hosen runter. Das erste Bier ist schon offen, als ich noch an der Kasse bezahle. Ich zwinker der Kassiererin zu und geh nach Hause, anstatt Sie nach Ihren Toilettengeheimnissen zu fragen.

Mittwoch, 3. Februar 2010

Die Fink - Pränasse und das Halbzweit - Puhn

Eine Fink - Pränasse hänselliert
zum Rütschenfeist und pränassiert
im Pfengpengfang am Schwirrfeichshang.

Die Fink - Pränasse zügt rätzfäß
ein vollpomm kauer Wakkehäs,
its makka folle vrezze lasche.

Dät strup kauer Wakkhäs frützt
in dünkel ferrer Tängschengkeist.
Die Fink - Pränasse schmank verprützt,
was klirr zoff läng net hanger heißt.

Ein fünsbrünn rokker Halbzweit - Puhn
verlenzt im Nischlick, nichts zu tun.
Im Krünze flechser Spruhfuhrwu
dät naschel fait, det lansen zu.

Schlatternd frünst kalaudernd trocken
vom Mehmel här ein bug Schabrocken.
Det fünsbrünn rokker Halbzweit - Puhn
zertreckst, kann fortan nichts mehr tun.
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